Zirkow und seine St. Johanneskirche

Das kleine Dorf Zirkow liegt an der Straße Von Bergen in Richtung Mönchgut. Zu Zirkow gehören heute die Ortsteile Dalkvitz, Darz, Hagen, Mustitz, Nistelitz, Pantow, Schmacht, Seelvitz, Serams, Tribberatz, Viervitz und Zargelitz.
Bis 1906 gehörte auch Binz dazu. In jenem Jahr ist Binz von der "Muttergemeinde" getrennt und selbstständige Kirchengemeinde geworden. Bis die Binzer Kirche im Jahr 1912 fertiggestellt war, gingen die Binzer allerdings weiterhin nach Zirkow zur Kirche. Alle Taufen und Trauungen fanden noch in der St. Johanneskirche in Zirkow statt. Die Beerdigungen nicht mehr, denn die Friedhofskapelle in Binz gab es 1906 bereits.
Mit dem 1.1.2003 ist die "Mutter wieder zur Tochter gekommen". Das heißt, die Zirkower Kirchengemeinde wird vom Pfarramt Binz betreut. Seit 2005 sind beide Kirchengemeinden formal wieder vereinigt.
Fährt man durch Zirkow, sieht man die schlanke Turmspitze, die sich über das Dorf erhebt. Sie ist achtseitig und mit Holzschindeln gedeckt. Im Turm befindet sich eine Bronzeglocke von 1469, die noch immer zum Gebet ruft. Die Stahlglocke von 1919 darf nicht mehr geläutet werden.
Eine Kirche ist für den Ort bereits 1313 in einer Urkunde erwähnt. Der heutige Backsteinbau ist aber in die ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu datieren. In eine Gewölbekappe ist die Jahreszahl 1417 eingeritzt, zusammen mit dem Namen Bartholomäus Blome, der ein Handwerksmeister gewesen sein mag.
Die Kirche hat ein dreijochiges Langhaus und einen zweijochigen Chor. 1906 wurde die Kirche neu instandgesetzt und 1949 wurden die auffälligen Gewölbemalereien freigelegt.
Betritt man die Kirche, fällt der Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in's Auge. Rechts und links vom Kanzelaltar gibt es Beichtstühle aus derselben Zeit. Das ist für eine evangelische Kirche ungewöhnlich. Die Entstehungszeit fällt aber in die schwedische Besatzungszeit und das lutherische Schweden hat seine hochkirchliche Prägung in mehreren Kirchen Rügens hinterlassen.
Aus jener Zeit stammt auch der Taufengel, der zur Taufe jeweils heruntergelassen wurde. Jetzt steht auf dem Weg zum Kanzelaltar der neugotische Taufstein von 1912 und symbolisiert die Taufe als Weg zu Gott.
Wendet man sich um, fällt der Blick auf den neugotischen Orgelprospekt. Die Orgel ist um 1859 von der Stralsunder Orgelbaufirma Mehmel gebaut worden und hat 9 Register.
Im Jahr 2007 hat die Zirkower Kirche eine Läuteanlage für die alte Bronzeglocke bekommen. Die Schalltüren am Turm wurden erneuert und der Kirchturm ist gesichert und außen neu verfugt worden.

In der St. Johanneskirche in Zirkow werden vierzehntägig jeweils um 11.00 Uhr und zu den Festen meistens um 14.00 Uhr Gottesdienste gefeiert. Also eine gute Gelegenheit für alle, die gerne länger schlafen …

  
2 Fotos mit freundlicher Genehmigung von Peter Thieme