Der aktuelle Gemeindebrief März bis Juli 2017

Liebe Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinden in Binz, Zirkow und Lancken-Granitz! Liebe Gäste!

Wir gehen auf Ostern zu und wir leben durch das Jahr von der österlichen Ermutigung, daß wir schon in diesem Leben immer wieder aufstehen und immer wieder neu anfangen können. Dazu brauchen wir etwas, das uns bestärkt. Allein durch Glaube. Allein durch Gnade. Allein durch die Schrift. Allein Jesus Christus. So hat es Martin Luther gesagt. Er bringt uns das Wort der Bibel nahe. Er legt uns das Vertrauen in Gottes Nähe ans Herz und Jesus Christus , dessen Gegenwart wir im Abendmahl erfahren.

Ein Bild vom Abendmahl sehen wir auf diesem Gemeindebrief. Dieses Bild gehört zu den insgesamt 26 Stickbildern, die in den Damensalon des Jagdschlosses Granitz gehören. Fürstin Luise zu Putbus, Ehefrau des Bauherren, des Fürsten Wilhelm Malte I. hat es zwischen 1840 und 1850 nach einer uns nicht bekannten Vorlage gestickt.
Jesus im Kreis seiner Jünger. Alle bärtig bis auf den Jünger, den Jesus lieb hatte (Joh.13, 23-26) Oder ist es doch Maria Magdalena? Die Blickrichtung der Jünger ist unterschiedlich. Sie schauen auf Jesu Hände, während er das Brot bricht und segnet, oder sie sehen zum Himmel oder sind in sich gekehrt. Vielleicht ist der, dessen Gesicht wir nicht sehen, Judas? Hat er in der Hand den Beutel mit dem Geld? Oder ist Judas der mit den rötlichen Haaren? Petrus gießt wohl das Wasser zum Händewaschen ein und reicht Jesus die Schüssel, in die Jesus zugleich mit dem Verräter die Hand taucht (Mt.26,23). Petrus aber schaut auch zu uns, die wir das Bild betrachten. Hinter dem Festmahl weitet sich der Blick in die Landschaft. Davor öffnet sich der Vorhang zu diesem Tisch und zu diesem Geheimnis. Was geschieht im Abendmahl? Nach dem Mahl heißt es im Lukasevangelium Kap.22, also nach dem Festmahl des Passah mit Lamm und Brot und Bitterkräutern und Wein, wie wir es am Gründonnerstag auch feiern, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und sprach: Das ist mein Leib. Desgleichen nahm er den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Für die Katholische Kirche wandeln sich Brot und Wein unter den Worten des Priesters zu Leib und Blut Jesu Christi. Die Lutherische Kirche vertraut auf die Gegenwart Jesu Christi im Teilen von Brot und Wein. So hat es Martin Luther verstanden. Für die Reformierte Kirche ist das Abendmahl eine Zeichenhandlung. Mit der Katholischen Kirche gibt es keine Abendmahlsgemeinschaft. Die Christen der Lutherischen, der Unierten und der Reformierten Kirche feiern das Abendmahl auch erst seit 1968, seit der Leuenberger Konkordie, gemeinsam. Was im Abendmahl wirklich geschieht, bleibt ein Geheimnis des Glaubens, aber wir feiern die Gemeinschaft mit Gott und miteinander. Was Christus beim letzten Mahl, das am Abend vor seiner Kreuzigung stattfand, gesagt hat, übermittelt uns die Heilige Schrift durch Übersetzungen, aber wir können darauf vertrauen, daß wir darin Gottes Gnade erfahren, die uns hilft immer wieder neu anzufangen.


Stickbild „Abendmahl“ – Sie können das Bild noch bis Ende April anschauen
im Jagdschloss Granitz / Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern.
Sehr herzlich danke ich Frau Agnes Heine, Museumspädagogin im Jagdschloss,
und dem Finanzministerium M-V, dass wir dieses Bild für den Gemeindebrief verwenden dürfen.